Eitel Sonnenschein über dem Herbstfest 2011
Der Altweibersommer an allen elf Tagen war verantwortlich dafür, dass deutlich mehr Besucher auf die Ingolstädter Wiesn strömten als voriges Jahr. Und es wurde auch mehr getrunken. Gestern ging das friedlich-fröhliche Spektakel zu Ende.
Rund 656 000 Maß Bier rannen im Festzelt durch die durstigen Kehlen – 52 000 mehr als 2010. Und auch bei den alkoholfreien Getränken lief es gut: Rund 15 Prozent mehr wurden ausgeschenkt (rund 205 Hektoliter). Kein Wunder also, dass Festwirt Georg Lanzl beim gestrigen Pressestammtisch über das ganze Gesicht strahlte – und mit ihm die anderen Beteiligten und Verantwortlichen. „Wir sind sehr zufrieden mit den Umsätzen“, sagte Lanzl und wies darauf hin, dass in der Festhalle und im Biergarten 20 Prozent mehr Speisen verkauft worden seien. Jahr für Jahr kämen mehr Besucher.
Da kann Stefan Stark nur zustimmen. In seinem Weinzelt wurde doppelt so viel getrunken wie 2010. Und er hat festgestellt: „Wir hatten lauter anständige Leute.“ Das bestätigte der Chef der Polizeiinspektion, Ignaz Brunner: „Es war eine friedliche Wiesn“, betonte er. Sieben Körperverletzungen und drei Diebstähle – das seien unterdurchschnittliche Zahlen. Allerdings kam es Montag gegen 1 Uhr morgens nahe des Festplatzes zu einer Schlägerei mit rund zehn Beteiligten. Dabei wurden mehrere Personen leicht verletzt.
Auch einige völlig betrunkene Jugendliche und der deutliche Anstieg der Hilfeleistungen der Rot-Kreuz-Helfer (109 Mal mussten sie eingreifen) trüben etwas die Bilanz. „Wenn es warm ist und man einige Maß Bier trinkt, dann kann man leicht Kreislaufprobleme bekommen“, bemerkte der stellvertretende Kulturreferent Jürgen Köhler beim Pressestammtisch.
Das außergewöhnlich schöne Wetter sorgte für großen Andrang bei vielen Fahrgeschäften. „Alles wunderbar“, bilanzierte beispielsweise Schausteller Patrick Zinnecker. Nicht ganz so toll lief es beim Warenmarkt an der Dreizehnerstraße. „Unter der Woche hätten sich die Fieranten noch mehr Besucher gewünscht. Unter dem Strich sind wir aber zufrieden“, sagte deren Sprecher Karl-Heinz Mitterhuber.
Quelle: Donaukurier 4.10.2011 / von Karlheinz Heimisch




